My journey (1)

Planlos und konzeptlos, dennoch ideenreich. So in etwa würde ich die Zeit nach DragonFly beschreiben.
Ein paar Monate bevor ich mein Heimatland verlassen habe, liess ich mich dazu überreden in einer Rock-Coverband zu singen. Dabei stellte sich für mich ziemlich schnell heraus, dass ich sehr wenig, wenn nicht keinen Spaß daran hatte, die Kreativität andere Künstler mit meiner eigenen zu verbinden, zu vermischen oder zu verfremden.
Ich kann durchaus nachvollziehen, dass Instrumentalisten/Musiker durch Imitation ihr Instrument besser beherrschen können und sich ihr Vokabular an Tönen, Melodie, Sounds und Akkorden erweitert.
Für mich aber, als Sängerin ist es wichtig, dass ich nicht so klinge, wie irgendjemand, sondern dass meine Stimme meine Persönlichkeit unterstreicht.
Neues Land, neue Sitten und vor allem eine neue Sprache. Zum Glück stand ich schon nach ein paar Tagen im Proberaum und durfte mich musikalisch austoben. Somit wirkte das Fremde, was mich umgab, weniger bedrohlich. Ich wollte nur noch Musik machen und all das, was ich hörte wiedergeben, teilen und geniessen. Mit einer Session-Band trafen wir uns zum Jammen, da ging es nur um den Moment. Mit einer Trommelsession suchten wir in den warmen Monaten nach schönen Plätzen und teilten mit unserem gemeinsamen Rhythmus unsere Gefühle. Aber ich hatte so große Sehnsucht nach der Bühne, dass ich mich wieder überzeugen liess bei GinFrizBand (cover) und später noch bei einer anderen Coverband mitzumachen. Ich sang im Background und konnte das ganze wenigstens als eine Art Übung betrachten. Sich mit den anderen zu messen, interessierte mich nicht, von ihnen zu lernen aber schon!
Beim Auftritt mit GinFrizBand lernte ich einen Gitarristen kennen. Er gab mir zu verstehen, dass ich in den Coverbands meinen Talent verspiele. Ich wusste, dass ich singen mag und, dass meine Stimme zusätzlich auch ungewöhnlich starke, tiefklingende Töne von sich geben kann. Ist das schon ein Talent? Fragte ich mich.
Bis dahin war Musik ein natürlicher Bestand meines Lebens und die Bühne versorgte mich mit dem nötigen Adrenalin.
Jetzt sollte ich mir Gedanken machen, ob ich talentiert und verkäuflich bin. Jetzt musste ich lernen zu verstehen, dass Musik ein Business ist, welches jegliche Gefühle steuern kann.
♑︎
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