I took my journey

Obwohl mich viele andere Hobbys begeisterten, verlor ich mein Herz an die Musik. Sie schien mir kostenlos zu sein, deshalb am nächsten zur Seele. Ich ahnte nicht, was meine Seele mitteilen konnte, also suchte ich zuerst nach Vorbilder. Sade hat die Melancholie, welche mich bewegte und Janis Joplin die raue und schmerzverzogene Stimme, welche mich an die umgebende Welt erinnerte. 
Dennoch, wie der Zufall das wollte, war meine erste Band eine Heavy Metal Band. 
Ich hatte eine Idee: ein Club-Festival mit mindestens zehn Bands in unterschiedlichen Genres. Ich wollte beweisen, dass in nahezu jeder Subkultur Musikliebhaber zu finden sind. Also warum nicht mal ein anderes Musikgenre hören. Ich kann es kaum in Worte fassen, wie großartig dieser über fünfstündige Event gewesen war. Der Deal mit dem Clubbesitzer war simpel: die Hälfte der Tür-Einnahmen ging an die Bands. Die Mundpropaganda war riesig, weil es so etwas in meiner Heimatstadt noch nie zuvor gegeben hatte und am Ende waren alle mehr als zufrieden. Dort lernte ich die Jungs von der Band Strado Vardis kennen und fing an zu brüllen. Schwarze Klamotten, schwarze Lippen, Tattoos und schwarze Gedanken inbegriffen. 
Erst durch das Amateurtheater „Klaps“ und die Teilnahme am Theater-Workshop öffnete sich für mich eine andere Türe. Ich hörte die ersten Aufnahmen von meiner Stimme, sah die Begeisterung des Komponisten und die Zuhörer und wusste auf einmal, was mich ausmacht. Alles andere waren Hilfslinien, die Musik war das Motiv meines Lebens.
Ich muss zugeben, dass der Bassist von DragonFly, welcher mich angesprochen hat (im Beitrag „Learning by doing (part one)“ zu lesen) kein Unbekannter war. Er galt als einer der besten Bassisten in der Stadt (Bialystok). Ich konnte es kaum fassen, dass er gerade mich zum Vorsingen einlud. 
Meine persönlichen Erfahrungen zeigten mir, dass ein musikalischer Werdegang sehr stark von Zufällen und vom Glück abhängig ist. Vor allem das Finden der passenden Musiker, welche die gleichen Ziele verfolgen, erweist sich häufig als eine schwere Hürde. Die schwerste überhaupt. DragonFly konnte diese Hürde nicht nehmen. Der Bassist war sehr egozentrisch, konnte aber den schnellen Erfolg nicht verkraften. Umso mehr Menschen ich mit meiner Stimme begeistern konnte, desto mehr abwertende Kritik hörte ich im Proberaum von ihm. Umso mehr Menschen unsere Musik mochten, desto mehr versuchte er sie zu verändern. Der Untergang war leider vorprogrammiert. 
 
♑︎
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